Raffael Stüken

25.08.2008 12:00

Die Reihe Absolventen/innen-Porträts eröffnen wir mit einem Beitrag über Raffael Stüken (*1981), der in den Jahren 2001 bis 2006 an der Ruhrakademie das Fach Kommunikationsdesign studiert hat. Nach Praktika beim Skateboard-Magazin »Boardstein« (Dortmund) und im Gestalterbüro »Nodesign« (Essen) hat Raffael Stüken seinen Arbeitsplatz als freiberuflicher Designer der Liebe wegen von Dortmund in der Domstadt Köln verlegt.

 

»Ich bin ein linearer Zünder«

 

Raffael Stüken mag es aufgeräumt. Visuelle Geschwätzigkeit bei der Gestaltung, hier noch ein Ornament, dort noch ein überflüssiger Schlenker, die oberflächlich Zeugnis von Kreativität ablegen sollen, sind nicht sein Ding. Die Eleganz der Klarheit ist sein Zuhause, vom Bauhaus inspirierte Entkitschung des Gesamteindrucks. Dazu bedarf es einer inneren Haltung, die Raffael Stüken als Attendorner Gymnasiast auf dem Rollbrett gelernt hat. Dass er auch mit 27 Jahren noch eine gute Figur auf dem Rollbrett abgibt, sich nach einem langen Arbeitstag am Rechner mit Skatervideos anheizt, um in die richtige Stimmung zu kommen, ist seine Art, Bewegungsdrang und Stress artistisch zu kanalisieren.

 

Das Skaten ist seine sportliche Leidenschaft, Hardcore Music, einmal die Woche als Schlagzeuger richtig Dampf abzulassen, seine zweite Passion. In Verbindung mit einem ausgeprägten Designverständnis geben diese Leidenschaften einen Einblick in das seelische Inventar des jungen Ausnahmegestalters, der sehr genau weiß, dass Selbstdisziplin eine der Grundvoraussetzungen für kreatives Arbeiten bildet. Im positiven Sinne ist Raffeal Stüken ein Typ. Ein Typ, der mit seinen beruflichen Erfolgen weder hausieren geht noch zur eigenen Selbstvergewisserung nach Bestätigung von außen sucht: Stüken weiß, was er kann. Dies formuliert er bescheiden zurückhaltend, jedoch auch so, das die Botschaft unmissverständlich ankommt.

 

Nach sechs Jahren Fernbeziehung, seine Freundin studierte in Bonn und Aachen Medizin, wohnt und arbeitet Raffael Stüken nach seinem Wegzug aus Dortmund seit Januar 2008 in Köln. Der Liebe wegen, seine Freundin arbeitet dort als Assistenzärztin. Ironie: Stükens Auftraggeber sind im erweiterten Umkreis des Ruhrgebiets stationiert: das Dortmunder »Labor B«, in diesem Jahr mit dem Europäischen Designpreis ausgezeichnet, »Lobo-Design« in Düsseldorf, ebenfalls Hochkaräter der Gestalterszene. Für die Wuppertaler Agentur »Nach Art des Hauses« ist Stüken als Fotograf unterwegs und in der Postproduktion zur gestalterischen Umsetzung der Großflächenplakate, mit denen der Initiativkreis Ruhrgebiet für das Internationale Klavierfestival Ruhr wirbt.

 

Netzseitengestalter, Codeschreiber, Editorial Designer, ob Fotograf oder Typograf - zu tun hat Raffael Stüken genug. Wenn er von sich sagt, er sei ein linearer Zünder, ist das ein dezenter Hinweis auf das Niveau, auf dem sich der Ruhrakademie-Absolvent bewegt.

 

 

© Raffael Stüken


zurück