Die Ruhrakademie hat eine »Superchance«
27.06.2008 22:48
Zur Programmgestaltung des europäischen Kulturhauptstadtjahres 2010 hat die Ruhrakademie zwei Projektvorschläge in Essen eingereicht. Die Chancen zur Realisierung der Projekte sind »super«, erklärt TWINS-Managerin Ria Jansenberger bei ihrem Besuch auf Schloss Haus Ruhr.
Es geht um einen »Blumentopf«, um ein Gefäß mit dem Arbeitstitel »rPott«, das gestaltet werden soll. In dieses Gefäß kommt ein Setzling der mit über 220 Jahren ältesten Rosskastanie in NRW, die zufälligerweise im Hof von Schloss Haus Ruhr, dem Sitz der Ruhrakademie steht. Gespeist wird dieser Setzling mit Ruhrwasser. Der Fluss ist übrigens 150 Meter von der Ruhrakademie entfernt.
Idee ist es, Gestalter in den 53 Ruhrgebietsstädten und in den 150 Partnerstädten dieser Kommunen zu einem Designwettbewerb unter der Projektleitung von Ruhrakademie-Chef Prof. Jürgen Störr aufzurufen. In welcher Materialität der Siegerentwurf schließlich realisiert werden soll, hängt letztlich davon ab, wie viel Geld das Essener Kulturhauptstadtbüro für dieses Projekt zur Verfügung stellt und welche Sponsoren sich daran beteiligen möchten.
Zielgesetzt ist eine Anknüpfung an den Gedanken vom vereinten Europa: Die politischen Vertreter von 150 Partnerstädten der insgesamt 53 Ruhrgebietskommunen erhalten das Objekt samt Setzling als völkerverbindendes Präsent am Eröffnungstag des Kulturhauptstadtjahres 2010 überreicht, verbunden mit der Bitte, den Setzling an einer exponierten Stelle in ihrer jeweiligen Stadt zu pflanzen. Des Weiteren kann eine kleinere Variante des »Blumentopfs« den Kulturtouristen als Mitbringsel zum Kauf angeboten werden. Mehr Internationalität und Nachhaltigkeit, so die Essener Vorgabe, ist kaum möglich.
Eine Kooperationsvereinbarung hat Ruhrakademie-Geschäftsführer Thomas Wenk mit dem Leiter des Schwerter Kulturbüros Herbert Hermes bereits im Dezember 2007 getroffen. Ebenso zeigen sich die europäischen Partnerstädte der Stadt Schwerte an der Umsetzung des Designwettbewerbs sehr interessiert. Dies äußerte die Delegation von Schwertes italienischer Partnerstadt Cava de Tirreni bei einem vor kurzen stattfindenden Besuch in der Ruhrakademie.
Jetzt hängt alles davon ab, wie sich die Verantwortlichen im Essener Kulturhauptstadtbüro entscheiden. Nach einem Treffen von TWINS-Managerin Ria Jansenberger mit Prof. Jürgen Störr und Geschäftsführer Thomas Wenk stehen die Signale auf Grün. Die Entscheidung darüber, in welcher Form der Gestalterwettbewerb realisiert werden kann, fällt allerdings erst in den nächsten Monaten.
Übrigens: Der zweite Vorschlag der Ruhrakademie, das Internetprojekt »zwanzigzehn.tv«, wird in Zusammenarbeit mit dem Schwerter Kulturbüro auch ohne Essener Unterstützung 2010 umgesetzt.